Das Büchergeld

Die Litanei ist nicht neu: Eltern beschweren sich über veraltete Schulbücher,
Kommunen jammern über leere Kassen und Schulbuchverlage beklagen
Umsatzeinbrüche. Trommeln gehört halt zum Geschäft. Doch unterm Strich
stehen Brandenburgs Schulen ganz gut da. Zum einen wurden nach der Wende
fast alle Schulbuchbestände ausgetauscht, zum anderen müssen sich märkische
Eltern am Buchkauf beteiligen. Dafür gibt es sogar Lob von den
Schulbuchverlagen. Denn in vielen alten Bundesländern gilt noch immer die
Lernmittelfreiheit: Eltern müssen nichts zuzahlen. Der Preis dafür ist
hoch - gerade dort wird oft mit völlig veraltetem Material gearbeitet.
Doch auch Brandenburg muss aufpassen. Wenn immer mehr Kommunen finanziell
ausbluten, wird die regelmäßige Schulbucherneuerung zur Illusion. Deshalb
ist auch die Landesregierung gefragt: Es kann nicht sein, dass für teure
Modellprojekte wie Schnellläuferklassen oder Ganztagsschulen Geld locker
gemacht, aber an der Grundausstattung gespart wird.


