JOACHIM WILISCH
In die Offensive

Drogenprobleme an der Schule: Offen wird darüber nicht gerne geredet. Welcher Schulleiter hat es schon gerne, wenn man sich den Mund darüber zerreißt, dass man auf dem Schulhof von Crack bis Graß alles bekommen kann, was man zu einem Tripp in die Welt der Träume braucht?

Schließlich will man ja zu Beginn eines neuen Schuljahres genügend Schüler bekommen.

Auf eine Schule, von der jeder weiß, hier gibt es Drogen aller Art, werden Eltern ihre Sprösslinge kaum schicken wollen. Deshalb ist die Diskussion, die ein Eltern-Stammtisch des Jahn-Gymnasiums jetzt gemeinsam mit PIRA angestoßen hat bemerkenswert und deutlich höher zu bewerten, als eine kleine Randnotiz. Erstmals wird versucht, das Problem offensiv zu bewerten.

Das Versteckspiel soll aufhören und eine sachliche Debatte geführt werden, an deren Ende Hilfsangebote für betroffene Schüler und Eltern stehen könnten. Und alle anderen müssen mitmachen. Es darf nicht sein, dass Zehnjährige zum Glimmstängel und zum Bier greifen, weil sie es ohne Probleme bekommen. Der Elternstammtisch des Jahn-Gymnasiums und PIRA sind in eine Vorreiterrolle geschlüpft.