VOLKER OELSCHLÄGER
Kompliziertes Erbe

Das FX-Center ist fast wieder auf dem Stand von 1999. Damals brauchte man nach dem Konkurs der ersten Betreibergesellschaft Monate, bis man mit Artemedia einen Nachfolger gefunden hatte. Einen hungrigen Nachfolger, dem die hoch subventionierte Infrastruktur des Hauses ebenso zupass kam wie sein Leumund, mit dem Technik-Inventar absolut auf der Höhe der Zeit zu sein. Ein Bonuspunkt, mit dem Artemedia beim Börsengang trumpfen wollte. Aus dem Börsengang wurde nichts, auch Artemedia selbst scheint nun am Ende. Wie 1999 schweben nun die Verpflichtungen, die sich aus der Förderung von Land und EU ergeben, als Damoklesschwert über dem FX-Center: Wenn man seinen Betrieb nicht aufrecht hält, wenn man nicht dem Förderzweck gemäß handelt, haben die Geldgeber das Recht (im Interesse der Steuerzahler die Pflicht), ihre Beiträge zurückzufordern. Ein Unterschied zu 1999 aber besteht. Damals, mitten im Landtagswahlkampf, war das FX-Center Chefsache der SPD-Staatskanzlei. Nun muss der CDU-Wirtschaftsminister regeln, was seine heutigen Koalitionspartner einst einbrockten: Denn noch immer ist nicht erwiesen, ob das FX-Center, wie man es einst haben wollte, überhaupt funktionieren kann.