KLAUS D. GROTE
Füllhorn

Vergeblich hat der Noch-Finanzbeigeordnete Hans-Joachim Bosse den Stadtverordneten bei der Einbringung des Haushalts 2002 ins Gewissen geredet. Zwar machten die Haushaltspolitiker der SPD im Vorfeld ihrer Wochenendklausur große Welle mit Horrorlisten möglicher Sparpositionen. Am Ende aber bleibt alles beim Alten: Dass Millionen fehlen, hindert nicht daran, sie zu verteilen.

Bosse hatte empfohlen, auf den teuren Theaterneubau zu verzichten. Doch der Versuch, das Projekt sterben zu lassen, hätte angesichts der dünnen SPD-CDU-Mehrheit im Desaster geendet. Also bekannte man sich lieber einmütig zu dem Vorhaben. Wie bei der Kammerakademie soll die Verwaltung hier und da ein bisschen umschichten, nirgendwo darf es richtig weh tut.

Das Füllhorn schließlich schüttet man über Kitas und Schulen aus. Dank der Kooperationsvereinbarung mit der CDU hat man deren Zustimmung schon in der Tasche. Die PDS wird nichts dagegen haben. Um die sicher notwendigen Investitionen tätigen zu können, bleibt aber am Ende wieder nur der Verkauf von Tafelsilber. Dieses Problem und das Haushaltsloch werden nicht verschwinden, wenn man Bosse in die Wüste geschickt hat.