WOLFGANG HÖRMANN
Defizit

Bisher war die geplante Abwahl der Kyritzer Bürgermeisterin Bärbel Stewin eine relativ klare Sache. Die Fakten: Über 850 Einwohner unterschreiben Listen und fordern die Stadtverordneten auf, das Abwahlbegehren in Gang zu setzen. Sie tun, wie ihnen geheißen, und stimmen sechs Wochen später darüber ab. Das Resultat ist bekannt. Ausnahmslos ist man dafür, den Bürgerentscheid anzusetzen. Am 13. Januar wird abgestimmt.

Und nun? Nun erheben sich erste Stimmen, die fordern, man möge doch bitteschön mal klar sagen, weshalb man Frau Stewin für nicht mehr tragbar hält, die Stadt zu verwalten. Es reiche nicht aus, ein auf Gegenseitigkeit beruhendes Missverhältnis zu bestätigen.

Heute stellt sich der Kyritzer FDP-Ortsvorsitzende Kai Müller hinter den Beschluss der Stadtverordneten vom 14. November und tritt mit einer Aufforderung an die Öffentlichkeit. Jeder Kyritzer möge sich doch bei den Abgeordneten über die Tatsachen informieren, die eine Abwahl aus ihrer Sicht unabwendbar erscheinen lassen. Aufklärungsarbeit im 4-Augen-Gespräch ist aber schwer vorstellbar. Der Wähler will umfassend informiert werden, bevor er das letzte Wort hat. 