BENNO ROUGK
Nagelprobe

37 Millionen Mark gibt die Stadt 2001 für die Unterhaltung eigener Immobilien aus. Und der Wert der Liegenschaften beläuft sich auf eine halbe Milliarde Mark. Damit ist die Stadt gar nicht so arm wie sie tut. Nur muss sie ihr Vermögen richtig einsetzen und verwalten. Das will Bürgermeister Langerwisch mit dem "zentralen Gebäude- und Liegenschaftsmanagement" tun. Mit dem Konzept lassen sich Unterhalts- und Personalkosten einsparen und gleichzeitig bleibt Geld für die Sanierung der oft maroden kommunalen Gebäude übrig. Ob und wie Langerwisch die Umsetzung gelingt, bleibt abzuwarten. Auch in der Verwaltung haben sich über Jahre Pfründe und Abhängigkeiten gebildet, die nicht einfach aufgegeben werden und die einer Zentralisierung im Wege stehen. Bisher sprang noch jeder Strukturreformer in der Verwaltung als Tiger und landete als Bettvorleger. Schon die Nichteinbringung der Fachbereichsstruktur durch den OB hat Langerwisch gezeigt, wie dünn das Eis des Erfolges ist, das ihn trug. Scheitert er nun auch mit dem zweifellos guten Liegenschaftskonzept, spräche dies für einen drastisch geschwundenen Einfluss in der Verwaltung und in der SVV, was die Stadt noch unregierbarer werden ließe.