HEIKO HOHENHAUS
Notsignale

Die Oranienburger Mittelstadt kann sich glücklich schätzen, dass sie zu den 15 ausgewählten Stadtteilen im Land Brandenburg gehört, die in den nächsten fünf Jahren vom 220 Millionen Mark schweren EU-Förderprogramm "Zukunft im Stadtteil" (ZiS) profitieren werden.

Eine erste Bestandsaufnahme der Situation in der Mittelstadt brachte nun ein überraschend negatives Bild. Bisher wurde ihr Zustand zwar als nicht unproblematisch eingeschätzt, einen Vergleich mit schwer gebeutelten Neubaugebieten, wie etwa Velten-Süd, hätten Kommunalpolitiker aber abgelehnt. Eine Bürgerbefragung ergab jedoch, dass mehr als die Hälfte der Bewohner der Mittelstadt schon über den Wegzug nachgedacht hat. Eine bedeutende Minderheit schätzt die Wohnqualität als "schlecht" oder "sehr schlecht" ein. Als deutliches Zeichen für den beginnenen Abstieg wird der Einbau von Sperrgittern an Durchgängen zu Wohnanlagen gewertet. Einwohner sprechen von ständigem Vandalismus im Umfeld der Schulen. Dass es nach den Notsignalen wieder Zeichen der Hoffnung gibt, dafür könnte das ZiS-Programm sorgen. Das aber wird ohne ein Mitwirken der Mieter und Vermieter in der Mittelstadt nicht funktionieren. 