GERD-PETER DIEDERICH
Sie bleiben Wittstocker

Die Haushaltsdiskussion in Wittstock ist in vollem Gange. Derzeit will jeder Fachausschuss die eigenen finanziellen Interessen sichern - zum Beispiel Eigenmittel für Investitionen oder Zuschüsse für Betriebs- und Unterhaltskosten von Einrichtungen freier Träger. Andererseits muss der Haushalt ausgeglichen sein. Ohne Rotstift wird wohl die Rechnerei nicht aufgehen.

Kein Wunder also, dass jetzt jeder einzelne Haushaltsposten auf den Prüfstand kommt. Auch für das kaum öffentlich gemachte Thema der Sozialfürsorgepflicht der Kommune kann keine Schranke gelten. Vom eigenen Obdachlosenheim hat sich die Stadt vor über einem Jahr getrennt. Die obdachlosen Wittstocker kamen nach Heinrichsfelde und müssen demnächst nach Kyritz ziehen. Geld an den Betreiber der Unterkünfte zu zahlen, ist für die Stadt billiger.

Die soziale Lage der Betroffenen ändert sich bei diesem Rechenbeispiel aber nicht. Die moralische Verantwortung bleibt außen vor. Die Frage stellt sich, ob nicht die Randgruppe der Obdachlosen auch mit dem neuen Quartier in Kyritz weiter auf das Abstellgleich geschoben werden. Denn eigentlich sind sie ja in Wittstock zu Hause.