INA NEHLS
Schlammspritzer

Dass Wahlen wie Freundschaftsspiele ablaufen, kann wohl niemand ernsthaft erwarten. Dass Auseinandersetzungen um die Besetzung eines so wichtigen Postens wie des Bürgermeisters mit Streicheleinheiten einher gehen, auch nicht. Und doch schien es vor dem ersten Wahltag auch in Velten so, als sei der Streit um die Sache am wichtigsten, nicht so sehr der Treffer am Mann oder an der Frau. Das hat sich gründlich geändert. Was weniger an den Kandidaten selbst liegt, sondern an denen, die hinter ihnen die Strippen ziehen.

Das ganze Programm wird abgespielt. Auf der einen Seite privatrechtliche Probleme auf einmal zur öffentlichen Angelegenheit hochstilisiert, auf der anderen Seite ein Lebenslauf auf eine Art durchleuchtet, die auch die Autoren in schlechtes Licht bringt. Und es gibt Rechenkünstler, die das Wahlergebnis vom 11. November so ummodeln, dass am 2. Dezember der Sieg des eigenen Kandidaten herauskommt. Und doch machen sich einige Veltener echt Sorgen um den Verfall der Sitten und wollen eine Entscheidung, die der Stadt hilft. Nicht dem Ego.