BERND ATZENROTH
Der dritte Kandidat

Dietmar Zigan ist ein Glückspilz - zumindest im Vergleich zu seinem Wittenberger Amts- und Parteikollegen Klaus Petry. Nicht nur, dass SPD-Mann Zigan seine Wiederwahl schon hinter sich hat: Angesichts von nur einem Gegenkandidaten hatte er auch vor der Abstimmung schon einigermaßen ruhig schlafen können. Anders wäre es gewesen, wenn auch die CDU einen guten Kandidaten ins Rennen geschickt hätte. Dann hätte Zigan durchaus ein zweiter Wahlgang mit ungewissem Ausgang geblüht.

Das aber könnte Petry passieren. Denn neben dem CDU-Kandidaten Karl-Heinz Straßburg ist nun ein zweiter ernst zu nehmender Gegner da: Die UBG hat Horst Jaruczewski aufgestellt. Damit ist ein Sprecher derjenigen, die schon vor einem Jahr Petry aus dem Amt heben wollten, erneut in den Ring gestiegen. Die Aussichten, dem gleichen Anliegen mehr Nachdruck zu verleihen, sind dabei deutlich besser als damals: Denn Petrys Haupttrumpfkarte, die Ansiedlung eines Industriepark Holz, wird wohl nicht stechen und damit dem Vorwurf, er sei nicht der richtige Mann für einen Aufschwung Wittenberges, neue Nahrung verleihen. Und: Im Gegensatz zu damals haben Petrys Kontrahenten jetzt ein Gesicht.