IRENE ETZKORN
Aufstand der Vegetarier

Wer zwei Frischlinge "Schnitzel" und "Kotelett" nennt - so gelesen im Internettagebuch eines Jägers - wollte vielleicht nur witzig sein. Das Lachen kann empfindsamen Seelen aber vergehen, wenn sie die Internetseite des Zentralorgans der deutschen Jäger, "Wild und Hund", aufrufen: In einer Animation werden Patronen abgeschossen, dazu erscheint der Werbeslogan "Jeder Klick ein Treffer". Solche martialischen Töne einzelner Weidmänner bieten den Gegnern der Jägerei eine ideale Angriffsfläche. Heute demonstriert die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" wieder in Berlin. Ein Lehrer aus Baden-Württemberg verschickt eifrig so genannte "Lusttöter", die zeigen sollen, dass das Grauen zwei Beine und ein Gewehr in Händen hat. Doch auch dieser Tierschützer befindet sich auf verlorenem Posten. Selbst Ökologen bestreiten nicht, dass das natürliche Gleichgewicht durch menschliche Eingriffe wieder hergestellt werden muss. Übrigens ist das Ansinnen der Jagdgegner genauso sinnlos, als wenn Vegetarier Fleischesser überzeugen wollten.