CLAUDIA KRAUSE
WG-tauglich

Wohngemeinschaften sind keine Frage des Alters. Sicher, die Wahrscheinlichkeit, dass sich Teens und Twens auf eine gemeinsame Bude einlassen, ist größer, als dass sich Oldies ein Leben mit Gemeinschaftsküche und Einkaufsdienst antun. Und doch tun sie es, wie das Beispiel des Senioren-Hauses im Bornstedter Feld beweist.

Wenngleich das Anliegen der Jungen dem der Alten gleicht, hat sich die Form der WG gewandelt. Jeder Rentner hat dort seine eigene Wohnung mit Bad und Küche. Topfgucker und Vereinsmeierei sind unerwünscht. Dafür stehen Kontakt und unbedingte Nachbarschaftshilfe im mündlich vereinbarten "Vertrag". Da spart der eine einen teuren Handwerker und der andere eine Fahrt zum Baumarkt. Rentieren soll es sich für jeden mal. So war das Ziel.

Fürs Erste scheint das Konzept aufzugehen. Neben baulichen Unzulänglichkeiten bleibt aber auch der Wermutstropfen, dass nicht wirklich jene, die am wenigsten Rente haben und sich viele Zukunftssorgen machen könnten, in die geförderten Wohnungen ziehen durften. Hier hat die Stadt nicht mitgespielt. Dennoch, das Experiment ist beachtenswert. Und wem's nicht mehr passt, der kann ja wieder ausziehen. Wie aus jeder anderen WG auch.