CHRISTIAN ERNST
Weihnachtsmann Völler

Ja, ist denn heut' schon Weihnachten? Eigentlich nicht, doch für Fußball-Deutschland gab es gestern schon die schönste Bescherung. Rudolf Völler, den Volkes Mund liebevoll "Ruuuuudi" ruft, hat sein Ja-Wort als nationaler Teamchef bis zum WM-Finale 2006 in Berlin gegeben - und den Faxgeräten in der Frankfurter DFB-Zentrale damit den K.o. versetzt. Womöglich sind mehr Glückwunschschreiben eingetickert als in einem Stadion Grashalme wachsen. Keine Frage, Rudi ist der Richtige. Obschon längst kein Taktik-Guru, hat der ehemalige Torjäger mit der WM-Qualifikation seines Teams für Fernost enorm an Profil gewonnen und das Image des unverbindlichen "Ich-versuch's-einfach-mal"-Typen verloren. Der grauhaarige Hanauer hat sich zum Mann der Nähe, der Integration, der Kontinuität entwickelt. Völler kann Fußballnationalspieler, Fans und Fernsehen hinter sich vereinen, schafft Perspektiven und verspricht, "dass wieder attraktiver Fußball gespielt wird". Am besten schon bei der nächsten WM. Dann wäre selbst im Juni Weihnachten.