MATHIAS RICHTER
Auf dem Totenbett

Lebt das Bündnis für Arbeit überhaupt noch? Für BDA-Chef Dieter Hundt "existiert es faktisch nicht mehr". IG-Metall-Vize Jürgen Peters spricht von "Elefantenrunden", bei denen "nichts herumkommt". Die Ergebnisse waren bislang in der Tat dürftig. Das Wenige, das Tarifparteien und Bundesregierung vereinbarten, wurde oft nicht mal umgesetzt. So sind etwa die Gewerkschaften zu Recht sauer, weil die Zusage der Unternehmer, Überstunden abzubauen, nicht eingehalten wurde. Der jüngst geplatzte Termin geht jedoch auf das Gewerkschaftskonto. Denn die Strategie der IG Metall ist durchsichtig. Sie will heute hohe Tarifforderungen verkünden können, ohne auf die Bündnispartner Rücksicht nehmen zu müssen. Der Geldbeutel der eigenen Mitglieder ist wieder einmal wichtiger als die Sorgen der Arbeitslosen. Das erste Bündnis für Arbeit ging durch die Unfähigkeit der Kohl-Regierung in die Brüche. Diesmal könnte es ausgerechnet sein Erfinder, IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, sein, der ihm den Totenschein ausstellt.