EKKEHARD FREYTAG
Wie Blücher

Angriff ist die beste Verteidigung. Wer wüsste das besser als die Strategen von der Bundeswehr. In Sachen Bombodrom orientieren sich die Militärs jedenfalls ungeniert am Vorbild des alten "Marschalls Vorwärts" namens Blücher. Denn eines der Hauptargumente der Schießplatz-Gegner - die Gefahr für den Tourismus - wollen sie mit einem Frontalangriff aus dem Weg räumen. So heißt es in einem Bundeswehr-Papier knapp, dass das Bombodrom "keine relevanten Auswirkungen" auf den Tourismus haben wird. Problem erledigt. - Das ist schon dreist.

Nun könnte man ein halbes Stündchen lang mutmaßen, wo die Militärs denn so Urlaub machen. Doch werden sich Zivilisten und Uniformträger dabei nicht wirklich unterscheiden. Zwei Wochen mit Halbpension unter einer Autobahnbrücke, neben einem Flugplatz, inmitten einer Techno-Disko? Nein, das tut sich niemand an. Namentlich nicht die Leute, die in der Nähe von Berlin Ruhe und Natur suchen. Die werden nicht wegen spektakulärer Tiefflüge an den Ruppiner See oder zum Rheinsberger Schloss strömen. Insofern wird wieder mal deutlich, dass die Bundeswehr die Region mit ihren Sorgen und mit ihren Chancen überhaupt nicht ernst nimmt.