FRANK PAWLOWSKI
Ein bisschen dafür

Der Ausbau des Flughafens Schönefeld wird nun auch für die PDS zu einer echten Gretchenfrage. Kaum haben sich ihre Verhandlungsführer in Berlin mit der SPD darauf geeinigt, reiben sich die Genossen in der Region verwundert die Augen. Sicher, entschieden ist noch lange nichts. Doch was jetzt an Nachrichten aus der Hauptstadt ins Dahmeland hinüber schwappt, hört sich so ganz anders an als das, was PDS-Spitzen unlängst noch im Bürgermeisterwahlkampf verkündeten. Den Standort Schönefeld lehnten sie kategorisch ab. Zwar immer mit dem leisen Hinweis darauf, dass man sich stets auch an dem zu orientieren habe, was in den Planungen längst auf den Weg gebracht ist. Aber immer noch deutlich genug, dass die vielen Standortgegner in den Gemeinden die Botschaft wohl verstanden: die PDS-Leute setzen sich für unsere Interessen ein, sie sind in der Politik unsere Verbündeten. Jetzt sind sie doch ein bisschen dafür. Prompt spricht der Bürgerverein BVBB von "politisch-moralischer Verkommenheit", ist Schulzendorfs Bürgermeister enttäuscht, sieht Königs Wusterhausens künftiger Bürgermeister Widersprüchliches. Die Genossen von der PDS haben jetzt einiges aufzuarbeiten.