HEIKO HOHENHAUS
Nach dem großen Coup

Die Weiße Stadt in Oranienburg war vor wenigen Jahren ein gefeiertes Modellprojekt. Firmenchef Klaus Kesting gelang ein großer Coup. Noch vor dem endgültigen Abzug der russischen Armee 1994 begann er mit dem Umbau von Kasernen zu Sozial- und Eigentumswohnungen. Der Unternehmer erhielt für das Vorhaben viele Fördermillionen, eine 60 000 Quadratmeter große Fläche erwarb er für eine Mark.

1997 folgte der große Katzenjammer. Die Gesellschaft Kesting Fertigbau musste Konkurs anmelden. Mehrere beteiligte Firmen erhielten kein Geld, ausstehende Bauabschnitte konnten nicht fortgeführt werden. Seitdem führt ein Zwangsverwalter das Zepter. Der Verkauf des Wohngebiets und neue Geldgeber sind nicht in Sicht. Für Investitionen in die Infrastruktur der einstigen Heinkel-Siedlung gibt es keine müde Mark. Die Folgen sind Stagnation und stellenweise schon Verwahrlosung. Damit will sich der jetzt gegründete Bürgerverein nicht abfinden. Dass seine Mitstreiter durchaus etwas erreichen können, haben sie bereits bewiesen. Entgegen der ursprünglichen Planung wurde jetzt auch die Weiße Stadt in das EU-Förderprogramm "Zukunft im Stadtteil" aufgenommen. 