HEINZ HELWIG
Gewissensfrage

Schwerer hätten sich die Güterfelder Gemeindevertreter wohl kaum aus ihrer Eigenständigkeit verabschieden können. In ihrer letzten Sitzung vor der Eingemeindung nach Stahnsdorf stehen sie heute vor der Gewissensfrage, sich zum Ausgliederungsverfahren für das Gewerbegebiet im Priesterweg aus dem Landschaftsschutzgebiet "Parforceheide" positionieren zu müssen. Auch in Güterfelde gibt es dazu bekanntlich gegensätzliche Meinungen.

Dabei geht es nicht allein um den Bauernmarkt, mit dem einige Abgeordnete nach den jüngsten Ereignissen wohl sowieso schon längst abgeschlossen haben. Es wird auch die Zukunft der anderen Betriebe zu bewerten sein, die keine Nutzungsuntersagung erhielten, aber seinerzeit auch nicht durch einen Bauantrag auffielen. Trotz der rechtlichen Verfehlungen, die dem Marktbetreiber Jürgen Wache sicher vorzuwerfen sind, sollte den Güterfelder Gemeindevertretern bei ihrer heutigen Entscheidung eines klar sein: Wer fest entschlossen zurück zur Natur will, hat jetzt auch das Schicksal von Menschen zu verantworten, deren Arbeitsplätze er dafür gleichzeitig opfert. Egal, ob öffentlich oder insgeheim - diesem Gewissenskonflikt wird sich jeder Volksvertreter zu stellen haben.