JÜRGEN STICH
Politisches Signal

Derzeit bestimmen die Parteien, wen sie in den Wahlkreisen der Region für die Bundestagswahl 2002 in das Rennen schicken werden. Dies geschieht eher beiläufig, zumindest ohne Beteiligung einer breiten Öffentlichkeit. Die Einwohner von Städten und Gemeinden erfahren meist erst kurz vor dem Entscheid auf Bundesebene, wer ihr direkter politischer Ansprechpartner in Berlin sein könnte. Dann ist es oft schon zu spät, die inhaltlichen Schwerpunkte der Kandidaten zu bestimmen. Welche Haltungen sie zu spezifischen örtlichen Problemen einnehmen, bleibt für viele Wähler zunächst im Dunkeln.
 Sich frühzeitig mit den Vorstellungen der Bundestagsaspiranten vertraut zu machen, ist deshalb sinnvoll. In manchen Fällen ist ihr Einfluss auf höchster Ebene wichtig. Das gilt besonders bei Projekten, die der Bund selbst in den Regionen vorantreibt, genannt seien zum Beispiel die Umgehungsstraßen und das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17 - der Havelausbau. Letzterer ist im Potsdamer Umland umstritten. Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass die Gegner des Projekts klar in der Mehrheit sind. Für sie muss die Haltung der Wahlkreiskandidaten zu diesem Thema auch ein politisches Signal sein. R 25