WOLFGANG HÖRMANN
Noch Zeit

So lange der Vorrat reicht. Dieser Zusatz wird gern in der Werbung verwendet, um den letzten Unentschlossenen doch für den Kauf der lammfellgefütterten Hosenträger, der Kaffeetasse für Linkshänder oder des automatischen Korkenziehers zu bewegen.

Nein, mit dem Euro hat das alles nichts zu tun, fast nichts. Es gab die ersten blanken Münzen gestern eben so lange, bis sie vergriffen waren. Ob noch mal neue eingetütet nachkommen, wusste kein Bänker so genau zu sagen. Ist ja eigentlich auch egal. Wer sich den Fahrplan für die Ablösung der einen Währung durch die andere genau angesehen hat, weiß: Zahlungsprobleme kriegen nur die, die sie schon immer hatten. Sieht man mal von der Ausnahme kreisliche Busgesellschaft ab, die schon ab Neujahr nur noch die Einheitswährung zulassen will, kann jeder seine eigene Mark-Epoche ganz langsam austrudeln lassen. Erst zum Märzbeginn 2002 muss man damit fertig geworden sein.

So gesehen waren die Schlangen gestern ziemlich unverständlich. Ein Mann in der Sparkasse brachte die Widersprüchlichkeit auf den Punkt, als er sagte: "Den Euro habe ich nie gewollt und dennoch stehe ich hier."