STEFAN KUSCHEL
Letzte Bastion

Amerikaner würden sich bei dieser Frage wahrscheinlich auf den Boden werfen und lauthals lachen: Rauchen in einer Stadthalle, in der die meiste Zeit über Kinder und Jugendliche Sport treiben und dabei kräftig atmen? Schon der Gedanke daran wäre undenkbar in einem Land, in dem der Nikotinkonsum in öffentlichen Gebäuden, auf Flughäfen und auch in Restaurants (sogar an Tischen im Freien mitten in Manhattan! ) unter Strafe steht. Und Deutschland? Ungehemmtes Qualmen und Paffen überall, und oft schlägt einem Nichtraucher sogar noch Aggression entgegen, weist er freundlich darauf hin, dass es unerträglich müffelt... Insofern ist die Beharrlichkeit zu loben, mit der die Falkenseer Stadtverwaltung einer Berliner Musikgruppe die Konzerterlaubnis für die Stadthalle - quasi eine der letzten rauchfreien Bastionen - eben nicht erteilt. Auch wenn es übertrieben klingen mag: Wer ernsthaft über Jugendschutz redet (Stichwort Suchtgefahren), der sollte kleine Leute nicht an einen Ort zum Bodenturnen schicken, in dem es riecht wie in einer Kneipe am Morgen nach der Weihnachtsfeier. Dieses Prinzip ist den Verantwortlichen zu Recht so teuer, dass sie es sich für ein paar Mark Hallenmiete nicht abkaufen lassen.