INA NEHLS
Spähen, nicht spitzeln

Den Hut von Marlowe, die Pfeife von Maigret oder das Strickzeug von Miss Marple kennt Detektiv T. aus Hennigsdorf vom Schmökern. Und er hat aus den Krimis, die mit der Wirklichkeit so viel zu tun haben wie der Traum von der Gerechtigkeit mit dem realen Leben, viel gelernt. Vor allem, sagt er mit Augenzwinkern, habe er zwischen den Zeilen gelesen und sei dabei auf etwas ganz Wichtiges gestoßen. Den feinen Unterschied nämlich zwischen dem Spähen und dem Spitzeln.

Während den Detektiv immer ein Tatbestand zum Handeln fordere, sei das Aushorchen unseligen Angedenkens nicht damit vergleichbar. Und doch macht der junge Mann auch keinen Schmus darum, dass er natürlich auch mal ein bisschen lavieren müsse, um an Informationen zu kommen, die Verwicklungen aufhellen oder Menschen Gewissheit geben, die schwarze Schafe entweder kräftig abseifen oder Einsicht wecken. Im Unterschied zu Detektiven der bekannteren Prägung nämlich hat T. keine Rechte, die ihm bei Ermittlungen helfen. Eines aber hat er mit seinen berühmten Kollegen gemein. Gute Krimis sind immer ein Spiegelbild der Probleme Gesellschaft gewesen. Auch T. arbeitet in diesem Spannungsfeld.