JÜRGEN STICH
Alarmsignal

Es brodelt an der CDU-Basis in Werder und Umgebung. Der Grund ist die Weigerung des Innenministers und Parteivorsitzenden Jörg Schönbohm, dem eindeutigen Bürgerwillen der Golmer nach Eingliederung in die Stadt Werder nachzukommen. Ein Alarmsignal für Schönbohm müsste es jedenfalls sein, wenn sich jetzt die Junge Union in Werder scharf gegen seinen Kurs wendet und ein CDU-Stadtverordneter gar mit seinem sofortigen Austritt aus der Christlich Demokratischen Union droht, weil für ihn demokratische Spielregeln eklatant verletzt wurden.

Durchaus brisant wird die Situation für den Parteivorsitzenden auch dadurch, dass er gleich zwei CDU-Bürgermeister gegen sich aufgebracht hat und damit dort Ansehen und Rückhalt verlieren wird, wo sie mit Sicherheit jede Partei bitter nötig hat - nämlich an der Basis.

Dazu kommt, dass in Werder am 24. Februar ein Bürgermeister gewählt wird und es bisher als sicher galt, dass CDU-Amtsinhaber Werner Große unangefochten bleibt. Das muss sich nicht ändern, doch wenn der eigene Parteichef dem Kandidaten so derb in die Parade einer erfolgreichen Amtszeit fährt, werden andere Parteien nicht säumen, ihre Ansprüche deutlicher als bisher anzumelden.