MATTHIAS BUTSCH
Des einen Freud . . .

Die Drohung wurde nicht wahr. Im August dieses Jahres entlud sich auf einer Einwohnerversammlung der Zorn der Klosteraner in der Ankündigung, den Bau der neuen Bundesstraße und der Ortsumgehung Jüterbog zu stoppen. Aber seit gestern graben sich am östlichen Rand Jüterbogs die Baumaschinen ins Erdreich. Die Trasse ist abgesteckt, und die führt nicht um Kloster herum, sondern eher direkt in den Ort hinein.

Klar also, dass es gestern beim ersten Spatenstich nicht nur fröhliche Mienen und gute Worte gab. Übrigens auch nicht nur bei den anwesenden Leuten der Kloster Zinnaer Bürgerinitiative, sondern zum Beispiel auch bei Jüterbogs Vorkämpferin für eine Verkehrsberuhigung in Innenstadt und Schloßstraße. Hildegard Uebe nutzte die Gelegenheit, mit dem Chef des Straßenbauamtes Wünsdorf mal persönlich ein ernstes Wort über die trotz Umgehung bleibenden Probleme zu reden.

Der euphorischen Stimmung tat das keinen Abbruch. Eher fröhlich vertröstete Minister Meyer die Klosteraner erneut auf den nächsten Bundesverkehrswegeplan. Vor 2006 sei da nichts drin. Eher süß-sauer die Mienen der Klosteraner. Des einen Freud bleibt wohl auch hier des anderen Leid.