CARSTEN BÖTTCHER
Bürger-Entscheid

Soll das Stadtteilfest, so der Streit derzeit in der Brandenburger Vorstadt, jährlich stattfinden oder in größerem Ab- stand? So einfach die Frage ist, so laufen die Beteiligten doch Gefahr, sich vor Gericht zu treffen. Eine bedauerliche Eskalation. Das Fest, das tausende Besucher anlockt, hat es nicht verdient, als Zankapfel herzuhalten. Zumal alle Beteiligten ehrenwerte Ziele verfolgen. Der Verein Brandenburger Vorstadt plädiert für ein Fest von Bürgern für Bürger. Ein gutes Konzept, das sich aber - da rein ehrenamtlich - nur in größeren Abständen verwirklichen lässt. Der Aktionskreis um Martin Zühlke zieht die Grenzen lockerer und votiert für jährliche Termine. Beide An- sätze orientieren sich am Bürger, worin eine mögliche Lö- sung liegt. Der Verein hat zwar Rechte am Namen von "Affe, Schaf und Känguru", das Hausrecht für den Stadtteil hat er nicht. Andere Feste (selbst semi-professionelle) kann er nicht untersagen. Zühlke bietet einen jährlichen Wechsel an - ein Schnitt, der Frieden bringen könnte. Da sich beide Seiten auf die Bürger berufen, sollten sie die auch entscheiden lassen: Lehnen sie Zühlkes Fest ab, hat sich der Spaß nach einem Jahr erledigt. Wird die Sache ein Erfolg, muss der Verein dies als Votum akzeptieren.