CHRISTIAN KRANZ
Radfahrer zählen nicht

"Tschühüs, kommt gut nach Hause. Ruft mal an, auch!" - Türenklappern, das widerwillige Aufjaulen des Motors. Wie oft hat man das an der Feiertagen gehört? Trotz geschlossener Eisdecke auf Autobahnen und Landstraßen kamen die meisten lieben Weihnachtsgäste am ersten Feiertag wohlbehalten wieder heim.
Nur bei unseren Behördern vermisst man das "Kommt gut nach Hause!" leider - sofern man mit dem Fahrrad unterwegs ist. An der viel und schnell befahrenen Landesstraße zwischen Wustrau und Dammkrug - einem häufig benutzten Schulweg - sehen Straßenbauamt und Verkehrsministerium für einen Radweg "keinen Bedarf". Und auf der im Winter vereisten Brücke in Altfriesack hat das Straßenbauamt Kyritz gar den Gehweg beseitigt und durch eine Leitplanke ersetzt (ähnlich wie das Autobahnamt in Tarmow) - obwohl die Altfriesacker Brücke innerorts liegt und obwohl es schon eines erheblichen Maßes an fahrerischem Unvermögen bedarf, um hier bei Tempo 50 von der Straße abzukommen und durchs Geländer in den Rhin zu stürzen. Für die Verkehrsplaner zählen Menschenleben offenbar nur, wenn sie in einer Blechkiste sitzen. Übrigens: Auch Fahrradfahrer und Eltern zahlen Steuern. 