BIRGIT SVENSSON
Punktsieg für Arafat

Wäre der Konflikt im Nahen Osten nicht so tödlich und grausam, könnte man sich darüber amüsieren, wie Ariel Scharon und Jassir Arafat versuchen, sich gegenseitig auszumanövrieren. Scharon agiert, Arafat antwortet mit Gegenreaktionen. Arafat agiert, Scharon blockt. Ein Schachspiel mit Konsequenzen für Leben und Tod. Politische Beobachter auf beiden Seiten sind sich einig: Nur der Einfluss von außen kann diesen Poker beenden. Und so schielen die Israelis nach Washington, an dessen Tropf sie militärisch und wirtschaftlich hängen, die Palästinenser zur Europäischen Union und zu den arabischen Staaten, von deren Unterstützung sie abhängen. Die Folge ist oft genug eine Polarisierung auch bei den potenziellen Schiedsrichtern. Zu Weihnachten allerdings waren sich US-Amerikaner und Europäer einig: Das vom israelischen Premier verhängte Reiseverbot für Arafat zur Christmette nach Bethlehem war unnötig und unangemessen. Punktsieg also für den Palästinenserchef im Duell der alten Haudegen. Bis zum nächsten Schachzug.