STEFAN KUSCHEL
Traurige Geschichte

Das Thema Tourismus bleibt in der größten Stadt des Kreises eine traurige Geschichte. Das jüngste Kapitel: Die in den letzten Jahren zaghaft gewachsene, im Bewusstsein vieler Interessierter dennoch etablierte Informationsstelle in der Stadthalle muss am Jahresende schließen. Die bisherige Förderung vom Arbeitsamt läuft aus; Stadt und Tourismusverband konnten sich nicht auf einen finanziellen Kompromiss verständigen. Und nun?

Bald leben 40 000 Menschen in Falkensee, die früher oder später ein gewisses Besucher-Potenzial nach sich ziehen werden. Wie ernst ist vor diesem Hintergrund ein Tourismusverband Havelland zu nehmen, dem es nicht gelingt, in seinem schon wegen der Nähe zur Hauptstadt nicht unattraktiven östlichen Teil Fuß zu fassen und dauerhaft Präsenz zu zeigen? Die Verantwortlichen im Falkenseer Rathaus indessen müssen sich fragen lassen, ob es nicht doch sinnvoll wäre, im Haushalt mehr Geld als bisher für diese Belange aufzutreiben, zumal ja ein sündhaft teures "Touristik-Konzept" bereits vorhanden ist. Bescheidene Werbung ist zwar besser als keine. Aber andererseits hängt Erfolg immer auch von Image und von Selbstbewusstsein ab - es mangelt an beidem.