INGO HENSEKE
Falsche Bilder

Das Zusammenleben von Ausländern und Deutschen hier in Brandenburg, wo der Anteil der Menschen aus anderen Ländern verschwindend gering ist, war auch vor dem 11. September 2001 nicht ohne Probleme. Im Gegenteil. Wer etwa in den alten Bundesländern unterwegs war, der musste erleben, dass "Brandenburg" und "Ausländerfeindlichkeit" oft als Synonyme betrachtet wurden - durchaus kein angenehmer Zustand. Nach den Anschlägen in Amerika wurde dieser Zustand leider noch verschärft. Denn inzwischen hatte sich der wachsame Deutsche bekanntlich im Kopf sein eigenes Bild des islamistischen Kämpfers zurechtgelegt. Und wehe dem, der diesem Bild auch nur im entferntesten ähnelte . . .

Es schien, als sei das Bemühen um ein friedliches Miteinandern um Jahre zurückgeworfen worden. Es schien, als hätten diejenigen verspielt, die das Multikulturelle gesellschaftsfähig machen wollten. Gut, dass inzwischen wieder länger nachgedacht wird. Gut, dass Veranstaltungen wie die Interkulturelle Woche in Ludwigsfelde weitergeführt und als Forum der Verständigung für Deutsche und Ausländer genutzt werden. Denn nur so, mit Beharrlichkeit, werden falsche Bilder in den Köpfen zurechtgerückt.