RENÉ GAFFRON
Zweck heiligt Mittel nicht

Die Verwaltungsspitze des Kreises Potsdam-Mittelmark gerät einmal mehr unter Druck. Nicht zum ersten Mal steht die wirtschaftliche Betätigung der Tochtergesellschaften mit ihren vielfältigen und offenkundig schwer überschaubaren Verflechtungen in der Kritik. Die diesmal schwerwiegenden Vorwürfe müssen nun von der Staatsanwaltschaft unter die Lupe genommen werden - nicht gerade eine Empfehlung für die am Donnerstag geplante Wiederwahl von Landrat Lothar Koch (SPD).

Warnungen vor einer ausufernden Geschäftstätigkeit des Kreises Potsdam-Mittelmark hat es oft genug gegeben. Sie wurden ignoriert. Verkehrsgesellschaften, Krankenhaus-GmbH oder Abfallwirtschaftsbetrieb stehen außerhalb der Kritik, diese Unternehmen erledigen Aufgaben der Daseinsvorsorge. Dass aber etwa bei der ABU-Service-GmbH oder nun auch bei der Gesundheitszentrum-GmbH der zunächst gut gemeinte soziale Zweck alle Mittel der geschäftlichen Betätigung heiligen soll, ist nicht nachvollziehbar. Erst recht nicht, wenn sich der Verdacht bestätigt, dass der Kreis Potsdam-Mittelmark so verantwortungslos wie in der anonymen Anzeige geschildert mit Steuergeld und Gebühreneinnahmen umgeht.