FRANK KALLENSEE
Zahlenspiele

Unterm Strich 400 000! Die Besucherquote lässt die Ausrichter des Preußenjahres schon zweieinhalb Monate vor seinem Ende frohlocken. Das Hohenzollernland ist immer noch in, schließen Brandenburgs Kulturministerin Wanka und ihre Berliner Kollegin Goehler aus dieser Erhebung . Kritikern, die der borussischen Kampagne Thesenlosigkeit und Beliebigkeit vorwarfen, können sie endlich mit Zahlen kommen. Mögen die mitunter auch interessant nach oben korrigiert sein: So endete die große Berliner Eröffnungsschau "Preußen 1701" laut Veranstalter, immerhin das ehrenwerte Deutsche Historische Museum, mit 72 000 Besuchern. Nach der jetzt offiziellen Statistik sollen's 80 000 gewesen sein. Wohl eine Petitesse. Eher unter inhaltlichen Gesichtspunkten ist ferner bemerkenswert, dass gerade jene Ausstellungen am besten abschnitten, die - auch wenn Preußen im Titel vorkam - so gut wie nichts mit Preußen zu tun hatten. Die Malerei Kirchners und Caravaggios wollten 110 000 respektive 74 000 sehen. Nun gut. Wenn Zahlenspiele dem Ruhme Preußens dienen ...