ULRICH WANGEMANN
Nicht erst seit gestern

Erst einmal tief durchatmen. Im benachbarten Berlin hat es keinen Anschlag mit Milzbrand-Erregern gegeben. In Bayern auch nicht. Aber die Bilder von Männern in Mondanzügen und Atemschutzmasken haben durchaus etwas von Ausnahmezustand, ja Katastrophenalarm. Dennoch ist Panikmache unverantwortlich. Was wir sehen, ist der spektakuläre, aber routinierte Einsatz von Profis.

Zu einer Zeit, in der alles Denkbare auch machbar erscheint, ist es beruhigend zu wissen, dass die Rettungskräfte sich nicht erst seit gestern damit befassen, wie sie die Bürger vor Katastrophen schützen können. Ein eingespieltes Team von Spezialisten hält Ausrüstung und Fachleute bereit, um schnell und umfassend handeln zu können. Dass sie unter normalen Umständen kaum in Erscheinung treten, ist ihrem steten Bemühen um Vorbeugung zu danken - zum Beispiel im Brandschutz, wo die Feuerwehr schon in der Planung eines Gebäudes mitwirkt.

Trotzdem sollte der Zivilschutz verbessert werden. Manches Vehikel im Gerätehaus gehört längst ins Technikmuseum. Wenn landesweit die Polizei aufgerüstet wird, sollten die Rettungskräfte nicht das Nachsehen haben. Falls es doch einmal kein mieser Scherz war. R 16