RENÈ GAFFRON
Bitte keine Scheinheiligkeit

Die Palette, sich ehrenamtlich zu betätigen, ist riesig. Diese nicht neue Erkenntnis konnte der Markt der Möglichkeiten am Sonnabend in Treuenbrietzen bestens unterstreichen. Schon allein um an diese freiwillige Tätigkeit zu erinnern, ist es eine sinnvolle Veranstaltung, die im Kreis Potsdam-Mittelmark in diesem Jahr bereits ihre vierte Auflage erlebt hat.

Neben der Präsentation ist es eine gute Möglichkeit, Mitglieder zu werben. Das wiederum sollten die Mitglieder der Vereine und Selbsthilfegruppen wirklich selbst machen. Ihr Engagement für soziale, kulturelle und sportliche Belange ist nämlich nicht nur Einsicht in die Notwendigkeit, sondern - das war spürbar - auch Begeisterung.

Die Politik hingegen, die sich in diesem Jahr Aktionismus in Kampagnen mit Ehrenpreisen, Gründung von Freiwilligenagenturen und ähnlichen Initiativen verordnet hat, sollte sich tunlichst zurückhalten. Wer Sozialabbau betreibt (etwa die Streichung des Gehörlosengeldes plant), Sport-Unternehmen subventioniert (Lausitzring) und Kultur stets nur auf Rentabilität prüft (Volkshoch- und Musikschule), sollte nicht scheinheilig die unentgeltliche, aber ehrlich gemeinte Tätigkeit loben. R 17