
Schwere Zeiten

Die Wiederwahl von Landrat Schröder galt schon vor der gestrigen Wahl als sicher. Neben den nur wenig bestrittenen Qualitäten des Verwaltungschefs dürfte auch ein anderer Punkt den Ausschlag gegeben dafür haben, dass sich kein Konkurrent um den Posten gefunden hat: Die Zeiten werden nicht leichter. Sicher waren früheren "Schlachten" (O-Ton Schröder) um Kreissitz, MBS, Verkehrsbetriebe oder Verwaltungsbauten auch keine einfachen, gemessen an den kommenden wirken sie aber wie Sandkastenspiele. Waren die Auseinandersetzungen früher laut, emotional und leidenschaftlich, werden sie nun subtil und diffizil. Jetzt kämpft man nicht mehr um Meinungen, sondern um Geld und die Freiräume, wenigstens noch etwas gestalten zu können. Einen Vorgeschmack hat die Verwaltungsspitze aktuell bekommen. Hatte sie es von '94 bis '99 mühselig geschafft, 14 Millionen Defizit der Altkreise abzubauen, klaffen nun immer neue Millionenlöcher, beispielsweise im Sozialetat, die kaum noch zu stopfen sind. Schwere Zeiten. aw