INA NEHLS
Ein übles Verbrechen

Angst kann das Leben von Menschen zerstören. Angst zu schüren ist die makabere "coole" Absicht von Trittbrettfahrern in diesen Wochen. Denen muss es offenbar imponieren, dass in Amerika gefährliche Krankheitserreger eingetütet und ohne jede Ehrfurcht vor menschlichem Leben in einen tödlichen Kreislauf geschickt werden.

Auch hierzulande gibt's Menschen, die Pulver oder Puder an Bekannte oder Ungeliebte schicken. Vielleicht stehen sie ganz in der Nähe rum, wenn die Briefe geöffnet werden und Schrecken verbreiten, zu aufwändigen Sicherheitsmaßnahmen zwingen.

Die Angst erfasst nicht nur die Empfänger. Zumindest gemischte Gefühle beschleichen auch die Mitarbeiter des Hennigsdorfer Briefzentrums, wenn sie Briefe mit merkwürdigen Anschriften, arabischen Lettern oder fühlbar ungewöhnlichem Inhalt feststellen. Bisher waren in Deutschland Trittbrettfahrer am Werk. Einer davon wurde in München gefasst. Ein junger Mensch, der viele Jahre zu tun haben wird, um die Rechnung für seine Untat, immerhin ein mindestens fünfstelliger hoher Betrag, abzuzahlen. Abgelten kann er sie nicht, denn andere Menschen in Angst zu versetzen, das ist ein übles Verbrechen.