WOLFGANG HÖRMANN
In Sorge

Schon machen die ersten Witze die Runde. Darin kommt weißes Pulver vor. Makabres wird immer aus todernster Wirklichkeit geboren. Es hat wieder den Anschein, als würden Menschen nur galgenhumorig Tatsachen ins Auge sehen können, denen sie machtlos ausgeliefert sind.

Jetzt haben sich auch die Verantwortlichen des Landkreises mit der Weltlage beschäftigen müssen. Der zuständige Stab kennt Gefahrenlagen, die von schweren Unglücken ausgehen können, zum Beispiel mit Zügen. Auf dem Bahnhof Neustadt hat man schon mehrfach Szenarien durchgespielt und Gegenmaßnahmen geprobt.

Das reicht nicht mehr aus. Und so muss Landrat Christian Gilde jetzt eine gewisse Hilflosigkeit erkennen lassen, was das Reagieren auf möglichen Terror und seine Folgen angeht. Da ist nichts vorzuwerfen. Niemand hat verschlampt, was er besser hätte vorbereiten sollen. Keiner hat sich schließlich vor dem 11. September vorstellen können, wozu Menschen, von Fanatismus getrieben, fähig sind. Nun wird der Katastrophenschutz einen neuen Stellenwert bekommen. Der Landkreis und die Kommunen, vordergründig bedroht oder einfach nur in verständlicher Sorge, sind auf Hilfe angewiesen. 