KLAUS D. GROTE
Bucklig

Davon können die bevölkerungsreichen Wohngebiete Schlaatz, Stern und Drewitz nur träumen: Der Bauausschuss widmete seine ganze Aufmerksamkeit zum wiederholten Male und diesmal geschlagene anderthalb Stunden der kuscheligen Eigenheimsiedlung Parforceheide. Während es rund um die Plattenbauten an allen Ecken hapert, dem Schlaatz gerade Mittel entzogen werden müssen, soll die neue Straße An der Parforceheide durch Buckel ergänzt werden, die den Steuerzahler 40 000 Mark kosten.

Dabei sind es vor allem Anwohner, die mit mehr als den erlaubten 7 km/h durch die ausgewiesene Spielstraße fahren. Hier, wo sich die Namensschilder wie ein Potsdamer "Who is who?" kluger Menschen lesen, ist man aber offenbar nicht in der Lage, miteinander zu reden und eine Lösung zu finden. Lieber gründet man Bürgerbewegung und Antibewegung, wobei die Buckelgegner öffentlich als kinderfeindlich gebrandmarkt werden. Die Stadt wäre gut beraten, sich diesem moralischen Imperativ nicht zu beugen. Anderenfalls müsste sie vor jeder Schule und jeder Kita Bremsbuckel aufpflastern. Das wäre vielleicht wünschenswert, zugleich aber unbezahlbar. 