RAINER PLAGEMANN
Aktionskreise

Am liebsten würde die Feuerwehr ja schon in fünf Minuten an jedem Ort der Stadt sein, aber derzeit sind es bestenfalls acht. Rechnet man noch fünf Minuten drauf zwi- schen Alarm und Start, kommen die Retter schon an ihre Grenzen: Ab 18 Minuten kommt für Menschen in einer verqualmten Wohnung jede Hilfe zu spät. Also kann es für die Feuerwehr beim Wegzug aus der Seelenbinderstraße nur einen Maßstab geben: Schnelligkeit. Die aber scheint nur bei zwei Standorten an der Berliner Straße garantiert: Nahe der Schnellstraße wäre man hier, nahe am Klinikum und nahe am Wasser - auch dort will man helfen können.

Wenn nun der CDU-Abgeordnete Peter Lehmann das Wasserwirtschaftsareal an der Friedrich-Engels-Straße für die Feuerwache Potsdam fordert, mag er in zwei Punkten Recht haben: Zwischen Berliner Straße und der Havel kann man prima Wohnungen bauen, und das Wasserbetriebsgelände harrt einer besseren Nutzung.

Wie aber die Einsatzfahrzeuge von der Friedrich-Engels-Straße aus das Dauerproblem Bau und Stau auf der Langen Brücke umfahren sollen, das sagt er nicht. Mithin kann die neue Wache - zumal bereits eine Berufswache in Babelsberg besteht - nur nördlich der Havel liegen.