FRANK PECHHOLD
Drei leere Kassen

Diepensee siedelt um. Ohne Wenn und Aber. Dessen konnten sich die vor dem möglichen Ausbau des Flughafens Schönefeld weichenden Dorfbewohner gewiss sein. Bis eine Presseinformation der Ausbau-Planer einschlug, wie eine Bombe. Umsiedlung, hieß es da, nur vorbehaltlich der Privatisierung der Flughafen-Holding. Überrascht reagierte auch der Königs-Wusterhausener Bürgermeister Jochen Wagner. Schließlich gaben die Stadtverordneten erst Montagabend grünes Licht für die weitere Erschließung des neuen Ortsteils Diepensee. Soll dieser Beschluss bald nicht mal mehr das Papier wert sein, auf dem er gedruckt wurde?

Das wäre denkbar. Schließlich läuft Ende Oktober die Angebotsfrist für die Privatisierung der Flughafen-Holding aus. Möglicherweise legt das Baukonzern-Bieterkonsortium wieder keinen verhandelbaren Vorschlag auf den Tisch. Dann müssten die Holding-Gesellschafter - Bund, Brandenburg und Berlin - sowohl die Kosten für den Ausbau und die Anbindung des Flughafens Schönefeld, als auch für die Umsiedlung Diepensees aufbringen. Vorbehalte scheinen da angesichts leerer Kassen aller drei Gesellschafter durchaus angebracht.