MARKUS KNIEBELER
Zurück zur Heimatwurst

Schlachtefest - mit diesem Wort hätte man vor einem Jahr den Schrecken auf die Gesichter der Deutschen getrieben. Damals, als die Angst vor dem Rinderwahn irrationale Züge annahm, hätten auch die cleversten Werbestrategen eine Veranstaltung wie das Schlachtefest am Wochenende in Paaren/Glien nicht an den Mann, oder besser, an den Verbraucher bringen können.

Die BSE-Panik liegt nun länger als ein Jahr zurück. Fast unmerklich ist das Vertrauen der Menschen zurückgekehrt, der Absatz von Fleischwaren hat die gewohnten Größenordnungen wieder erreicht. Ob dies das Ergebnis einer veränderten Politik ist, darf bezweifelt werden. Vielmehr scheinen die Verbraucher zu ihren alten, lieben Gewohnheiten zurückgekehrt zu sein.

Eines allerdings scheint sich geändert zu haben. Die regionalen Produkte haben an Ansehen gewonnen. Das Schlachtefest in Paaren/Glien stützt diese These. Die Menschen genießen vermehrt einheimische Produkte. Statt der plastikverpackten Einheitswurst aus der Supermarkttheke verlangen sie nach Waren ortsansässiger Fleischer. Sollte dieser Trend anhalten, dann hätte die ganze BSE-Hysterie am Ende doch ihr Gutes gehabt. R 17