REYK GRUNOW
Ernst nehmen

So friedlich wie am Montag war schon lange keine Stadtverordneten-Sitzung mehr, seit Karwe gedroht hat, sich von Neuruppin zu trennen. Die Abgeordneten waren bemüht, den Konflikt zu schlichten, die Karwer schienen froh, dass man sie erhört. Selbst Worte des Dankes sprach die Ortsbürgermeisterin. Dank für Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Doch sie sind es noch nicht.

Allen Besserungs-Versprechen aus Rathaus und Ratssaal zum Trotz: Zwischen Neuruppin und den Dörfern steht es nicht zum Besten. Auch das hat sich am Montag gezeigt. Gleich zwei Ortsbürgermeister beklagten sich über die Zusammenarbeit mit dem Rathaus. Die knappe Antwort des Bürgermeisters stimmte sie dabei nicht gerade zufriedener, doch mehr gab es erst einmal nicht.

Karwe bekommt per Beschluss mehr Geld aus dem Haushalt, doch das Problem löst die Finanzspritze nicht. Die Ortsteile wollen, dass die Abgeordneten mit ihnen sprechen, ihre Sorgen anhören, sich dafür interessieren - ohne dass ihnen jemand die Pistole auf die Brust setzt. Sie fordern auch Geld. Vor allem aber wollen sie ernst genommen werden. Wenn man das in Neuruppin nicht erkennt, droht irgendwann der nächste Ort mit Scheidung. 