FRANK BÜRSTENBINDER
In der Favoritenrolle

Gestern begann das Raumordnungsverfahren für die Autobahntrasse zur A2. Ab heute kann jeder Interessierte die Unterlagen vier Wochen in den Ämtern einsehen. In den Planungsvarianten für einen A 2-Zubringer spielt das Havelstädtchen Pritzerbe eine Schlüsselrolle. Während eine Anbindung der Rathenower Region über Milow als unwahrscheinlich gilt und die Döberitzer Variante aus Gründen des Naturschutzes abwegig ist, muss Pritzerbe mit seiner Favoritenrolle klarkommen. Für die Stadtverordneten heißt das öffentlich Position zu beziehen. Diese muss nicht stur für oder gegen eine Havelbrücke ausfallen. Diplomatisches Geschick und politischer Weitblick sind gefragt, wenn es um die Verhandlungsmasse geht. Was die Kommune oder Bürger an Anregungen und Bedenken einreichen, hat Auswirkungen für die nächsten hundert Jahre und darüber hinaus. Positive Effekte einer Havelbrücke lassen sich für Pritzerbe gar nicht abschätzen. Ein Gewerbeboom ist kaum zu erwarten. Dafür könnte die Region vom Wirtschaftsstandort Premnitz/Rathenow mit Arbeitsplätzen profitieren - wenn er denn überhaupt kommt, der Aufschwung, den havelländische Firmen vom A 2-Zubringer abhängig machen.