SILVIA SIMON
Barbies im Laubsack

Reste vom Sonntagsbraten, leere Milchtüten oder die alte Barbiepuppe gehören nicht in den Laubsack. Das weiß jedes Kind, aber nicht jeder hält sich daran. Alle Jahre wieder findet sich in vielen Säcken Unrat und so manche Kuriosität.

In Nauen beispielsweise bleibt inzwischen jeder sechste der jährlich anfallenden 4000 Säcke an der Straße zurück, weil er nicht mit Laub von Straßenbäumen, sondern mit Garten- oder Hausabfällen gefüllt ist. Tendenz steigend. Immer mehr verantwortungslose Zeitgenossen versuchen, ihren Müll illegal loszuwerden statt ihn ordnungsgemäß zu entsorgen. Das wird letztlich alle teuer zu stehen kommen. Denn angesichts des zunehmenden Missbrauchs und leerer Kassen ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Stadtväter die für den Bürger kostenlose Laubentsorgung einstellen. Immerhin rund 26 000 Mark ließen sich damit pro Jahr einsparen, Geld, das an anderen Stellen dringend benötigt wird.

Entsorgung nur noch gegen Vorkasse, das könnte schon bald Realität werden. Denn seit Jahren appelliert die Stadt an die Einsicht ihrer Bürger, und jedes Jahr aufs Neue zeigt sich, dass diese Appelle (bisher) umsonst sind.