WOLFGANG HÖRMANN
Ganz schön mutig

Es herrscht kein Wohnungsnotstand in Wusterhausen. Dennoch war sich die Gemeindevertretung sicher, dass man ein neues Wohngebiet ausweisen müsse. Was nach der Idee kam, ging dann erstaunlich schnell. Nicht einmal ein Jahr ist seit Fassen des Aufstellungsbeschlusses und Beginn der Erschließungsarbeiten vergangen. Demnächst wird man schon trockenen Fußes voll erschlossene Parzellen in Augenschein nehmen können.

Martina Vogel, die Bauamtsleiterin in der Großgemeinde, zu der ja auch die Stadt gehört, erhofft sich davon Ködereffekt. Wenn die Leute übersichtlich angeboten bekommen, was sie mal selber nutzen können, kriegen sie leichter Appetit, so die Hoffnung.

Das wird auch notwendig sein, denn die Gemeinde ist erst einmal mit 1,2 Millionen Mark in Vorleistung gegangen. In der löblichen Absicht, besonders jungen Familien das Hierbleiben lukrativ zu machen und somit einer Pflicht nachzukommen, die jede Kommune hat, ist Risiko nie auszuschließen. In Wusterhausen erhöht es sich noch, weil man auch im nahen Bantikow Bauplätze findet, wenngleich nicht zu diesem Preis. Also haben die Gemeindevertreter Mut gezeigt. Möge er belohnt werden.