INGO HENSEKE
Ausrutscher

Es ist bewundernswert, wie beharrlich die Initiatoren der Bücherstadt Wünsdorf ihr Konzept verfolgen. Die Basis ist mit einem festen Stamm an Antiquaren geschaffen. Es gibt Gastronomie und Bunkerführungen ebenso wie Museen und diverse Veranstaltungen. Inzwischen hat sich die Bücherstadt einen Namen gemacht. Und wird hoffentlich nicht mehr kleinzukriegen sein - trotz der Pleite der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) und gelegentlichen Jammerns in den eigenen Reihen.

Mit dem gestrigen Umwelttag ist ein zunächst ungewöhnlich scheinender Schritt getan worden. Doch solche "Ausrutscher" sind gewollt. Schließlich stellen alte Bücher zwar für bestimmte Zielgruppen einen Magneten dar, doch lange nicht für alle. Zusatzangebote müssen her, und was bietet sich da in der grünen Waldstadt mehr an als die Beschäftigung mit der Natur? Hinzu kommt, dass es allemal besser ist, sich in puncto Resonanz nicht selbst zu belügen, sondern lieber etwas für mehr Besucher zu tun. Denn dass solche Lügen kurze Beine haben, musste die LEG in diesem Jahr erfahren. Sie hatte vor (!) der langen Nacht der Antiquare kühn die 2000er Besucherzahlen in Druck gegeben. Und sich damit gehörig blamiert . . .