BARBARA BREUER
Wendefehler

Heranwachsende haben seit jeher und überall ein Problem gehabt: Sie sind rebellisch und machen dumme Sachen. Sie wegzuschließen, scheint eine Lösung zu sein. Aber nicht alle Jugendlichen lassen sich während schwieriger Lebensphasen einfach wegsperren. Deshalb ist es sehr lobenswert, dass sich auch in Königs Wusterhausen der Verein Jugendrechtshaus gegründet hat. 38 Männer und Frauen aus dem Ort erklärten sich bereit ohne Gegenleistung in die Zukunft zu investieren: in Kinder und Jugendliche. Sie wollen Rechtsbewusstsein lehren, Ansprechpartner sein und die jungen Leute an die Regeln des menschlichen Zusammenlebens heranführen. Auch weil Elternhäuser und Schulen dies nicht immer schaffen. Orientierungslose Menschen gibt es überall. Vielen Ostdeutschen wurde wendebedingt jedoch eingeredet: Ihr habt alles falsch gemacht! Und das irritiert. Zudem verlor ein Großteil der ehemaligen DDR-Bürger die Arbeit, damit den sozialen Halt. Eltern, die selbst um ihr Gleichgewicht kämpfen, haben mit sich selbst zu tun. Sie können nur bedingt Gesprächspartner und Vorbilder sein. Die Vereinsmitglieder des Jugendrechtshauses wollen zuhören. Und das ist ein guter erster Schritt. Hoffentlich folgen weitere.